Einstellhilfe für Tiefenbegrenzer

Ok, jetzt habe ich dieses großartige Dings für die Bundschlitzsäge zum Begrenzen der Schnitttiefe, aber wie stelle ich jetzt die richtige Schnitttiefe ein? Die beiden Holzleisten müssen ja parallel zueinander sein und zur Zahnreihe der Säge, und die Zähne sollen genau so weit zwischen den Holzleisten herausschauen, wie es für die geplante Schnitttiefe nötig ist. Wie kriege ich das jetzt hin? Mit einem Gerät, das mir das Einstellen erleichtert. Ich habe mir eins aus Sperrholz gebaut:

Es ist ziemlich simpel. Erstmal sollten die Schrauben nicht festgezogen sein, damit sich die Leisten gut bewegen lassen. Man sucht sich zwei der zugeschnittenen Streifen Furnier, die so dick sind, wie man tief sägen will. Je nach beabsichtigter Schnitttiefe kann man auch mehrere Lagen übereinanderlegen. Ich habe Furniere von 0,9 mm, 1,4 mm, 2,4 mm Dicke. Manche Läden für Künstlerbedarf und Modellbauläden führen sehr dünnes Sperrholz, sogenanntes Flugzeugsperrholz. Das gibt es in Stärken wie 0,2 mm, 0,4 mm, 0,6 mm, 0,8 mm usw., da kann man entweder die Zieldicke direkt finden oder wieder aus mehreren Lagen zusammenstellen. Dünnes Plastik oder Blech geht sicher auch, bei Letzterem hätte ich aber Angst, die Sägezähne versehentlich zu beschädigen.

Egal, die Furnierstreifen werden also in den Rahmen gelegt. Dann stellt man die Säge auf den Rahmen, eine der Leisten gegen den senkrechten Teil gedrückt, und lässt alles soweit nach unten, wie es geht. Die Sägezähne müssen auf dem Boden des Rahmens ruhen, die beiden Holzleisten an der Säge auf den Furnierstreifen. Dann ist alles parallel bzw. rechtwinklich zueinander, was parallel bzw. rechtwinklig gehört. Jetzt drückt man mit dem Daumen durch eines der Löcher im senkrechten Teil des Geräts gegen die Mutter und zieht mit dem Schraubendreher die zugehörige Schraube an. Danach die andere Schraube.

So furchtbar fest muss das gar nicht sein, so wie man mit dem Daumen gegenhalten kann sollte reichen, damit die Leisten nicht mehr verrutschen können. Wenn man ganz sicher gehen will, kann man die Innenseiten der Leisten mit einer ganz dünnen Schicht Gummilösung, Fotoleim oder Pattex bestreichen, das gibt dann eine dünne stumpfe, gummiartige Schicht, die schon bei geringer Schraubenspannung jedes Verrutschen verhindert. (Fotoleim geht allerdings leicht wieder ab, Pattex ist da haltbarer.)

Jetzt kann man die Bundschlitze sägen und muss sich keine Sorgen machen, dass man zu tief sägt. Die Holzleisten verhindern das zuverlässig. Wenn das Griffbrett in einem späteren Schritt einen Radius verpasst kriegt, kann man hinterher nochmal drangehen und die vorhandenen Schlitze freihand nachsägen. Da die Leisten auf jeder Seite 10 mm vom Sägeblatt weggehen und die Schnitttiefe typischerweise nur wenige Millimeter beträgt, sieht man sofort, ob die Säge senkrecht ist. Die Position der Schlitze ist bereits vorgegeben, da kann man dann ganz einfach bis zur eingestellten Tiefe sägen. Die Schlitze folgen dann auch gleich dem Griffbrettradius.

Falls man viel Material vom Griffbrett abschleifen muss (mein erster Rohling war 9 mm dick!), kann man auch mehrmals während des Schleifens die Schlitze nachsägen. Oder man berücksichtigt die abzuschleifende Materialstärke und stellt die Säge beim ersten Durchgang mit der Sägehilfe entsprechend tiefer ein. Dann darf man aber nicht vergessen, vor dem Nachsägen die richtige Endtiefe einzustellen, sonst hat man am Ende das Griffbrett durchgesägt…

Übrigens, man kann noch so sorgfältig messen bevor man sägt oder leimt. Wenn man im Design einen Fehler hat, nützt die sorgfältigste Arbeit nichts. Auf Englisch heißt es measure, measure, cut, also messen, messen, sägen. Allerdings vergessen sie oft die zweite Hälfte, swear, repeat, also fluchen, wiederholen.

Ich hatte hier alles sehr schön angezeichnet. Beim Nachmessen erschien alles eingermaßen genau, also habe ich die Leiste für den Rahmen, in dem die Furnierstreifen liegen sollten, auf die Grundplatte geleimt. Nur waren jetzt beide Seiten des Rahmens gleichbreit. Dabei muss die Seite am senkrechten Teil des Geräts schmaler sein als die Leiste an der Säge. Die Leiste soll ja gerade an den senkrechten Teil gedrückt werden, damit die Säge senkrecht auf der Grundplatte steht und die Tiefenbegrenzung schön parallel zur Sägezahnreihe läuft. Der Furnierstreifen auf der anderen Seite muss dagegen breiter sein als die Leiste, damit diese nicht auf dem Rahmen aufliegt. Der ist mit 5 mm nämlich dicker als der tiefste denkbare Bundschlitz. Ich musste also einen schmalen Streifen der leider schon schön solide aufgeleimten Buchenleiste entfernen.

Das hat ein wenig Zeit gekostet, war aber eine schöne Übung für den Umgang mit dem Stecheisen. Am Ende ist es ganz hübsch geworden, und am Wichtigsten ist sowieso, dass das Ding funktioniert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s