Tiefenbegrenzer für Bundschlitzsäge

Wenn man eine Gitarre baut, muss man auch einen Hals für diese Gitarre bauen. Zum Hals gehört ein Griffbrett, und wenn man nicht gerade ein fretless Instrument baut, muss man Schlitze für die Bundstäbe in dieses Griffbrett sägen. Das wird typischerweise mit einer sehr dünnen Säge gemacht, es gibt extra Bundschlitzsägen. (Die wenigsten Hobbygitarrenbauer werden Zugang zu einer CNC-Maschine haben. Alternativ könnte man die Bundschlitze mit einer kleinen Handfräse herstellen, aber das ist wohl auch nicht ohne Tücken. Also gehen wir auf Nummer sicher und nehmen eine ganz banale Bundschlitzsäge.)

Die Bundschlitze müssen tief genug sein, dass der Hals des Drahts ganz im Griffbrett Platz hat und der Kopf des Drahts gut auf der Oberfläche des Griffbretts aufliegt. Zu tief sollen die Schlitze nicht sein, weil sonst der Hals des Bunddrahtes unten zu sehr in der Luft hängt und das Griffbrett außerdem weniger stabil wird. Man will ja – ins Extrem übersteigert – nicht einzelne Holzstücke wie Dominosteine auf den Hals kleben, zwischen denen dann die Bundstäbe eingeklemmt werden. Das Griffbrett soll ja zur Stabilität des Gitarrenhalses beitragen.

So weit so gut, aber wie kriegt man die richtige Tiefe hin? Man benutzt ein Gerät, das die Säge daran hindert, zu tief zu sägen. Wenn man keins hat und auch keins kaufen will, baut man sich eins.

Ich zum Beispiel habe mir auf feinewerkzeuge.de eine hübsche Bundschlitzsäge von Thos. Flinn gekauft (Sägeblatt ist 25 cm lang, die Zahnteilung ist 16 Zähne pro Zoll, die Schlitzbreite 0,53 mm). Diese Säge sieht der Bundschlitzsäge von Crimson sehr ähnlich. Die hatte ich aber irgendwie übersehen und bin erst drauf gestoßen, als meine Bestellung schon bei der Post war. Ein Jammer, weil es bei Crimson auch einen schicken und halbwegs bezahlbaren Tiefenbegrenzer dazu gibt. Andererseits – mehr Gelegenheit, Sachen zu bauen.

So ein Tiefenbegrenzer besteht aus zwei Stücken Stahl oder Holz, das auf beiden Seiten des Sägeblatts angebracht wird und so verhindert, dass nur so tief sägen kann, wie das Sägeblatt zwischen diesen Leisten hervorschaut. Außerdem hat so eine Vorrichtung den Vorteil, dass sie das Sägeblatt geradehält. Die Zahnreihe meiner Säge ist nämlich nicht wirklich gerade, sondern macht an einem Ende eine ganz leichte Kurve. Keine Ahnung, ob das am Ende einen Unterschied macht, aber wenn ständig darauf herumgeritten wird, wie wichtig äußerte Präzision beim Griffbrettbau ist, will man solche Kurven ja eher nicht haben.

Wie befestigt man diese beiden Leisten am Sägeblatt? Zum Glück hat das Sägeblatt zwei Löcher mit 6 mm Durchmesser, da kann man zwei Leisten links und rechts des Sägeblatts mit Schrauben verbinden. Ich habe mir ein schön gerades Stück Leiste aus Buche besorgt (10×40 mm) und zwei Stücke von 25 cm abgesägt, also so lang wie das Sägeblatt, und die Positionen der beiden Löcher angezeichnet.

 

Mit einem 25-mm-Forstnerbohrer habe ich an der Außenseite der beiden Leisten ca. 4 mm tief gebohrt, um Platz für die Schraubenköpfe und Muttern zu schaffen – die sollen am Ende nicht über die seitliche Oberfläche hinausragen. Dann habe ich 7-mm-Löcher gebohrt. Die Leisten schraube ich mit M4-Schrauben zusammen. Das ganze hat dann genug Spiel, dass ich Schnitttiefen bis zu ca. 4 mm einstellen kann. (Wenn ich mehr brauche, kann ich die Löcher im Holz noch etwas aufbohren. Da ich 20-mm- Unterlegscheiben unter die Muttern und Köpfe lege, muss ich keine Angst haben, dass eine Schraube durch das größere Loch rutscht.

Tiefenbegrenzer montiert, die Zähne des Sägeblatts ragen über die Kante hinaus, die Säge ist so benutzbar.

Außerdem kann man die Sägezähne zwischen den beiden Leisten versenken – ideal zum Transport und zur Aufbewahrung, da sind die Zähne geschützt und man kann nicht versehentlich etwas damit kaputtmachen oder sich verletzen.

Tiefenbegrenzer montiert, die Zähne des Sägeblatts werden von den beiden Leisten verdeckt und sind so vor Beschädigung geschützt.

Mein Apparat funktioniert im Prinzip genauso wie die Dinger, die man bei Crimson und anderswo kaufen kann. Man lässt das Sägeblatt so weit über die Kanten der beiden Leisten hinausragen, wie man maximal sägen will und zieht die beiden Schrauben dann fest – eine simple und robuste Lösung.

Jetzt bin ich so gut wie fertig mit dem Ding. Ich musste die Enden der beiden Schrauben etwas kürzen, weil sie ein wenig über die Oberfläche hinausragten. Das hätte beim Sägen gestört – ich säge ja nicht freihand, sondern benutze eine Vorrichtung, die mir die Säge führt (aber dazu später). Dann habe ich das ganze Ding schön fein abgeschliffen, bis zu einer 600er Körnung. Das ergibt eine schöne, fast seidige Oberfläche, und es macht mehr Spaß, damit zu arbeiten. Vielleicht wachse ich das Holz noch, mal sehen.

Ein Kommentar zu „Tiefenbegrenzer für Bundschlitzsäge

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