Vorbereitungen

Als die Entscheidung dann stand, fing ich an, mir über die nötigen Zutaten Gedanken zu machen. Ich habe eine gewisse Erfahrung im Arbeiten mit Holz, und im Lauf der Jahre habe ich einiges an Werkzeugen zusammengekauft – Hammer, Zange, Raspeln, Feilen, Beitel, Sägen, eine kleine Stativbormaschine, Holzbohrer, Zwingen, einen Bandschleifer, eine Stichsäge, einen Schraubstock. Vorletztes Jahr habe ich mir einen stabilen Arbeitstisch zusammengezimmert. Keine echte Werkbank, aber fast so gut, und im Keller habe ich ein Eckchen für eine kleine Werkstatt gefunden.

Ich fange also nicht bei Null an, aber es war schon klar, dass mir noch eine Menge Werkzeug fehlte. Im Prinzip alles, was für die Bearbeitung von Griffbrett und Bundstäben nötig ist. Also habe ich mir das Zeug zusammengesucht: Eine Bundschlitzsäge, eine Sägeraspel, eine Oberfräse aus dem Baumarkt, ein paar Ziehklingen und das Starter Toolkit von Crimson.

Für den Anfang wollte ich mit so wenig wie möglich auskommen – das Zeug ist nämlich richtig teuer. Allein das Paket von Crimson hatte es in sich, dann kostet der Versand nochmal extra (um die 50 Euro bei 275 Euro Warenwert; kein Vorwurf an Crimson natürlich, die denken sich die Paketpreise nicht aus), und dann kommt noch Zoll drauf (nochmal knapp 80 Euro, dank Brexit). So viel Geld für eine Sache auszugeben, die vielleicht gar nichts wird, war komisch. Aber wenn es funktioniert, werde ich sicher noch ein paar nützliche Kleinigkeiten anschaffen. Ein guter Hobel wäre so eine lohnenswerte Anschaffung.

Als nächstes haben wir uns über das Design Gedanken gemacht. Da es unser erstes derartiges Projekt ist und wir nicht recht absehen können, wie gut das am Ende wird, wollte ich kein allzu ausgefallenes Material verwenden. Kein Tropenholz, keine spektakulären (und damit teuren) Maserungen oder so, sondern einfache Rohlinge: Korpus aus Esche, Hals aus Ahorn, Griffbrett aus Zwetschge, alles einheimische Hölzer. Dazu Stimmmechaniken, Sattel, Steg, Bundstäbe usw. von oberhalb der Schrottgrenze aber noch am bezahlbaren Ende des Spektrums.

Das teuerste Stück Hardware ist ein Set mit Pickups und Elektronik (EMG Super 77), aber dadurch habe ich mir erspart, mir selbst eine Konfiguration ausdenken und die richtigen Teile zusammensuchen zu müssen (wo ich von Elektronik eher wenig verstehe), und weil das Zeug dann nur zusammengesteckt wird, muss ich auch fast nichts löten. (Das ist übrigens eine von zwei Stellen, an denen ich nicht von Grund auf baue, sondern Fertigteile verwende; die andere ist der Sattel, den ich nicht selbst feile, sondern wo ich einen vorgefertigten höhenverstellbaren Sattel von Warwick/Framus nehme. So einen Sattel hat mein Bass, und da gibt es überhaupt nichts zu meckern, und ich komme vorerst ohne einen Satz Sattelfeilen aus, der bei halbwegs guter Qualität mit deutlich über 100 Euro zu Buche schlägt. Irgendwann ist sowas mal fällig, aber jetzt noch nicht.)

Die bisher vorhandene Hardware sieht so aus:

Material used for building the guitar: Body, neck, and fingerboard blanks, pickups and electronics set, tuners, nut, bridge, fret wire, strap locks, bolts and washers; only the jack and a three-position switch are missing.

Derzeit fehlt noch die Buchse für das Kabel und ein Drei-Positionen-Schalter. Soweit das Instrumentenbautechnische. Dazu kommen noch Sachen, die das Instrument von einer Null-Acht-Fuffzehn-E-Gitarre zu einem Unikum machen sollen, aber über die schreibe ich später.

4 Kommentare zu „Vorbereitungen

    1. Ja, den Staub würde ich auch nicht in der Wohnung haben wollen. In der Wohnung würde ich höchstens mit Stecheisen arbeiten wollen, vielleicht noch mit Handsägen, da kann man den Staubsauger direkt daneben halten/befestigen, damit deie Späne gar nicht erst weit kommen. In einer früheren Wohnung habe auch schon auf dem Balkon gesägt, da kriegt man aber schnell Lärmprobleme mit den Nachbarn…

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